Januar 27

Märchenzeit

Ich erinn’re mich gut an die Zeit unterm Dach,
den Ofen, Mama und mich.
Und träumte ich schlecht, dann rief sie mich wach,
daß das Böse schnell von mir wich.

Ich erinn’re mich gut, hat sie Märchen erzählt,
kroch tiefer ich in ihren Schoß.
Und der Wolf konnt‘ mir nichts und die Hex‘ war verbrannt,
und ich war gleich stark und groß.

Ach wie schön, wenn man weiß, wo man birgt sein Gesicht,
Kind, wenn sie kommt, die Angst.
Ach wie schön, wenn man weiß, allein ist man nicht
Das ist, was du verlangst.

Ich erinn’re mich gut und bin bei dir, mein Kind,
wenn einfällt die Dunkelheit.
Und der Wolf kann dir nichts und die Hex‘ stirbt geschwind
am Abend zur Märchenzeit.

Karat



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Veröffentlicht27. Januar 2019 von Klaus in Kategorie "Gedicht des Monats

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