September 20

Ein badischer Abend

. . . Markgräfler Reminiszenzen . . .

Augenblicke, in denen sich das scheinbar Banale zum Außergewöhnlichen wandelt, sind zumeist eine sehr persönliche & individuelle Erfahrung. Sie sind eher emotionaler Natur, gewachsen aus dem Erleben, der Erinnerung, vor allem jedoch aus dem Umstand, daß sie uns in der Tiefe unserer Erfahrungen, unserer Wünsche & der Verluste, die wir im Leben erleiden müssen, berühren. Wenn dies geschieht, werden diese Augenblicke zu unvergeßlichen Momenten, zu Bildern, die uns lebenslang begleiten & die wir vermissen, wenn wir sie lediglich noch in uns selbst oder anhand alter Photographien aufsuchen können. Dies ist der Grund für ein Gefühl, das wir als Sehnsucht kennen. Sie wird uns stets zurückführen an die Orte & zu den Menschen, die dieses Gefühl einst begründeten. Gehen hingegen die Orte, die Menschen oder die reale Entsprechung verloren, bleibt also lediglich noch die Erinnerung, oder ist uns eine Rückkehr aus anderen Gründen verwehrt, empfinden wir Trauer. Doch das, was wir unauslöschlich in uns tragen, gibt uns auch Kraft & Halt. 

Im Oktober beginnen die Tage des gebrochenen Lichtes. Oft hat die Sonne sich am frühen Vormittag durch den Hochnebel, der sich zwischen Schwarzwald & Rheinebene zuweilen hartnäckig hält, mühsam hindurch gekämpft, ohne allerdings den Dunst vollständig zu besiegen. Das Licht bleibt dann seltsam diffus, & eine ungewohnte Ruhe scheint trotz der allgemeinen Geschäftigkeit über dem Land zu liegen. Wer aus einer norddeutschen Großstadt kommt, dem gehen die Uhren hier seit jeher langsamer, die Menschen bewegen sich anders, die Zeit scheint mehr Geduld mit ihnen zu haben & was geschieht, das geschieht zumeist auf eine sanftere Art. 

Mittags, kurz bevor der große bunte Markt auf dem Freiburger Münsterplatz schließt & nur noch den Maronenröster mit seinem Handwagen vor dem Kirchenportal neben dem Georgsbrunnen & den Imbißstand an der Nordseite des Münsters zurückläßt, & der mit seiner Langen Roten auch nach Marktschluß noch Konjunktur hat, zieht sich der leichte Dunst für eine Stunde zurück. Die Sonne wärmt auch Mitte Oktober noch die Einheimischen & ihre Gäste, die zumeist daran zu erkennen sind, daß sie auf dickere Jacken noch weitgehend verzichten.

Der große Münsterplatz wird an der Südseite des Münsters rechterhand von einer historischen Häuserzeile, zu der das Stadtmuseum, das Redoutenhaus, sowie alteingesessene Wirtshausfassaden gehören begrenzt, im Osten von der historischen Alten Wache. Hier ist eine Weinhandlung untergebracht, die zahlreiche regionale Erzeugnisse unterschiedlicher Winzergenossenschaften & unabhängiger Weinbauern ausschenkt. Bei schönem Wetter sind die Plätze davor längst weitgehend besetzt. Scheinbar ziellos streift der Flaneur durch die kleinen engen Gassen, er hat eine Auswahl an Lieblingsplätzen, er kann verweilen, wo er will, er läßt sich treiben. Heute zieht es ihn & seine Begleitung durch einen schmalen Durchgang am Redoutenhaus erst in die Schusterstraße, & sodann durch ein kleines Gässchen in die Salzstraße, links hinauf in Richtung Augustinermuseum & weiter zum nun rechterhand gelegenen Augustinerplatz, hinunter zur Fischerau. Zwischen dem Gäßchen & den pittoresken, z.T. holzverzierten Häuserfronten verläuft ein je nach Wasserstand träges oder munter dahinplätscherndes Bächlein. Am westlichen Ende der Fischerau gelangt man zum Martinstor, einem der alten turmhaften Stadttore. Unmittelbar dahinter, wenige Schritte die Kaiser Josef Straße hinauf Richtung Bertoldsbrunnen, hängt ein rundes gelbes Leuchtschild mit der Aufschrift Cafe´ Kolanda über dem Eingang eines kleinen Stehcafe´s, dessen rare Sitzplätze höchstens bei Geschäftsöffnung frei sind. Es werden die unterschiedlichsten Kaffeesorten angeboten, & es ist unmöglich, das Cafe´ zu verlassen, ohne die wunderbaren Törtchen & Gebäckspezialitäten probiert zu haben, die eine Auswahl & somit eine Beschränkung eigentlich unmöglich machen. 

Buchhandlung zum Wetzstein, Salzstraße, Freiburg

Nach der kleinen Stärkung führt der Weg über die parallel zur Fischerau verlaufende Gerberau zurück zum Augustinerplatz, von dem aus unser Ziel unschwer an der altmodischen blauen Markise erkenntlich ist. Die Buchhandlung Zum Wetzstein. 

Bereits die ungemein geschmackvoll dekorierten Fenster machen deutlich, daß, wer hier eintritt, das Besondere sucht. Der geistige Anspruch korrespondiert hier vortrefflich mit seiner ästhetischen Gestaltung. Das fein sortierte Angebot, das auf den Tischen & in den Wandregalen zum Entdecken einlädt, ist garantiert bestsellerfrei. Wer die SPIEGEL Liste abarbeiten möchte, ist hier verkehrt. Auf dem Kassentisch steht eine große Glasvase mit einem prächtigen Strauß Gladiolen, aus kleinen Lautsprechern erklingt dezent Händel. Der Inhaber, Thomas Bader, gekleidet wie ein englischer Gentleman, mit modischer runder Hornbrille, wacht adlergleich über sein Reich, so auch über uns, als wir einst dieses Biotop des Geistes & der Kultur erstmals betraten & dabei in keiner Weise seinen Vorstellungen angemessener Kleidung entsprachen. Das Eis brach die Frage nach einem dünnen Ernst Jünger – Bändchen in Erstausgabe. Da huschte ein verschmitztes Lächeln über Herrn Baders Gesicht & er bekundete freundlich Verständnis für die Begrenztheit der Urlaubskasse. Im hinteren Teil des überraschend großen Ladens finden sich Gesamt- & Werkausgaben, Unmengen  signierter Bücher, sowie ein umfängliches Kunstkabinett. Der regelmäßige Besuch der Buchhandlung & die Gespräche mit seinem hochgebildeten Inhaber sind so unverzichtbar wie inspirierend, sie verdeutlichen so eindringlich wie schmerzhaft, was andernorts fehlt. 

An der Alten Wache, bei einem Kaiserstühler Gutedel & dem Blick auf den nunmehr rasch sich leerenden Münsterplatz, findet der Tag sein Ende mit der langsam untergehenden Sonne, die den oberen Teil des Sandsteins, aus dem das Münster gebaut ist, in ein  letztes warmes goldenes Licht taucht. Die Glocken läuten die blaue Stunde ein & bald wird es frisch.

Verläßt man Freiburg auf der B 3 nach Süden hin Richtung Basel, so erreicht man nach wenigen Kilometern Schallstadt, ein Dorf, das dem Durchreisenden vor allem durch seinen Bahnhof auffällt. Es sind in Deutschland eigentlich immer wieder vor allem die Bahnhöfe, die durch ihre architektonische Einfallslosigkeit, ihre zweckreduzierte Ödnis & Trostlosigkeit den Reisenden eher abschrecken, als einladen. Das ist in Schallstadt nicht anders. Verläßt man jedoch hinter dem Bahnhof die B 3 & biegt rechts in das alte Dorf ab, ist das typisch Badische der Häuser & Resthöfe sofort sichtbar. Nach wenigen hundert Metern erreicht man den Ortsrand & gelangt dort zum Kaltenbachhof, an den sich direkt eine größere, mit Reben bewachsene Fläche anschließt. Betritt man den Hof durch ein altes rostiges schmiedeeisernes Tor, das etwas altersschwach in den Angeln zwischen zwei viereckigen Steinpfosten hängt, erstreckt sich rechter Hand ein massives zweigeschossiges Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, an das sich ein geducktes flacheres & vermutlich ursprünglich noch älteres Fachwerkhaus anlehnt. Die Bebauung umschließt den Hof mit einem Scheunen- & Unterstandgeviert, welches seinen Abschluß links der Einfahrt in einem kleineren Wohnhaus deutlich jüngeren Datums findet. Noch vor dem repräsentativ – bürgerlichen Treppenaufgang, rechterhand zum großen Wohnhaus, befindet sich eine kleinere Tür, die sich zu einem Kellergewölbe aus dem Jahr 1765 öffnet, das man durch wenige steinerne & altersbedingt ausgetretene Stufen erreicht. Schlagartig ist es mit der Ruhe & Friedfertigkeit, die den Hofbesucher hier besonders an kälteren Herbstabenden empfängt, vorbei. Dichtgedrängt sitzen Menschen an einfachen schweren langen Holztischen, Gläser & Krüge mit Wein, sowie Teller mit Brägele & Salat vor sich & in lebhafte Gespräche verstrickt. Einige blicken kurz auf, taxieren die Eintretenden kurz als Einheimische oder Reisende & wenden sich sodann gleich wieder ihren Gesprächen, Tellern & Gläsern zu. Es dauert einige Sekunden, sich an die Luft & das Lärmen des Wortrauschens & Gelächters zu gewöhnen. Lange Jahre war dieser Ort jeden Montag & Dienstag unser Ziel, wenn wir das Markgräfler Land besucht haben; die Kellerstrauße im Kaltenbachhof. 

Kaltenbachhof, Schallstadt, Breisgau, Photograph & copyright unbekannt

Das Reich von Brigitte & Max Kaltenbach erfüllt alle Anforderungen, die Einheimische & (kundige) Reisende an eine Straußwirtschaft stellen können. Es ist unbedeutend, daß bereits wenige Jahre nach Öffnung eine Gaststättenkonzession beantragt wurde, um der Masse der Einlaß & Bewirtung Begehrenden Herr zu werden. Dennoch ist es hervorragend gelungen, das, was eine Straußi ausmacht, angemessen zu bewahren. Eigentlich sind Straußen- Besen- oder Heckenwirtschaften, wie sie je nach Region heißen, von Winzern betriebene Saisonwirtschaften, die eigene Produkte vertreiben & nur eine eng begrenzte Zeit im Frühjahr & im Herbst geöffnet sind. Auch sollten ursprünglich nicht mehr als vierzig Personen Platz finden. Man erkennt sie an einem Reisig- oder Strauchbesen, der am Haus angebracht ist. Im Badischen ist die Anzahl der Straußi´s besonders hoch, an Wochenenden stehen die Menschen oft schon lange vor Öffnung an, um einen der begehrten Plätze zu erhalten. Die Qualität des Weins & der angebotenen Speisen schwankt naturgemäß nicht unbeträchtlich, die Atmosphäre ist jedoch i.d.R. urig, gemütlich & wird gewöhnlich als landestypisch empfunden. Man setzt sich einfach irgendwo dazu, & in der Regel kommt man sofort mit den unterschiedlichsten Menschen auf´s Vortrefflichste ins Gespräch. Mittlerweile schrecken einige Betreiber allerdings nicht mehr davor zurück, ganzjährig zu öffnen, was natürlich mit der Tradition des Straußi nichts mehr zu tun hat. Neben dem kulinarischen Angebot ist ein dem Gast zugewandter & stets auch für ein längeres Schwätzchen zur Verfügung stehender Winzer unverzichtbar für ein beliebtes, gut laufendes Straußi. Für viele Selbstvermarkter unter den Winzern sind die Einnahmen zu einer unverzichtbaren ökonomischen Position geworden, die die Existenz sichert. Besonders im Herbst bedeutet das allerdings doppelte Arbeit, da das Straußi zusätzlich neben der Lese betrieben wird. Arbeitszeiten von Morgens um sechs bis dreiundzwanzig Uhr Nachts sind dann durchaus normal. 

Im Gewölbe der Kaltenbachstrauße befindet sich hinten links der Ausschank, davor geht es links über eine Treppe in den Hofladen, der ebenfalls zur Gaststube erweitert wurde. Zumeist ist es hier ein klein wenig ruhiger. Die Küche befindet sich linkerhand kurz vor der Treppe. Dort werden die Vorbereitungen für die hervorragenden Brägele getroffen, die auch ein Grund für den guten Ruf des Kaltenbachschen Hofes geworden sind. Brägele als Bratkartoffeln zu bezeichnen, würde ihnen nicht gerecht. Hier werden mehlig kochende Kartoffeln der Sorte Agria aus eigenem Anbau verwendet, sie werden als Pellkartoffeln gekocht, dann geschält & in Schweineschmalz in der Pfanne gebraten. Die gängige Beilage sind Elsässer Wurstsalat, also mit Käse angereichert, sowie Bibliskäs. Hierbei handelt es sich um mit reichlich Sahne, sowie Schnittlauch, Knoblauch & Schalotten angemachten Magerquark, bei dem der Sahneanteil die Konsistenz bestimmt. Ebenfalls typisch für badische Straußi´s ist der Flammekuache, sowie ein leckerer Salat. Preislich bewegt sich dies alles auf einem Niveau, das dem Städter Freudentränen in die Augen treibt. Je nach Betrieb & Qualität bewegen sich die Preise für ein Viertele – lediglich 0,2 l in ein Glas zu füllen wäre unverzeihlich – zwischen 1,50 & 3,50 €, für eine Erwachsenenportion Brägele mit Bibliskäs & Elsässer Wurtstsalat sind selten mehr als 8,-  bis 10,- € zu zahlen.

An diesem Ort zu verweilen, Wein & Speisen zu genießen, nette & interessante Gespräche zu führen & sich auf eine ungewöhnlich intensive Art heimisch zu fühlen, ist uns an ungezählten Abenden eine besondere Freude, es ist schnell unverzichtbar geworden & erfüllt uns stets mit einer tief empfundenen Wärme & Dankbarkeit. 

Der Sender, der im Radiowecker & im Autoradio eingestellt ist, heißt SWR 1. Die Moderatoren haben angenehme Stimmen, das Laute, Beifallheischende, das den Privatfunk so unerträglich macht, die hysterische Dauerfröhlichkeit, das abstoßend Anbiedernde ist ihre Sache nicht. Sie kommen aus dem Äther als nette Bekannte, die man gern zu sich einlädt, & deren unaufgesetzte Natürlichkeit man zu schätzen weiß.  Matthias Holtmann, einst Schlagzeuger der Krautrockband Triumvirat, der keine, zumeist  auch irgendwie passende Gelegenheit ausläßt, um seine Bewunderung für John Bonham kundzutun, ist ein Meister des Augenblicks, jemand, der sich in seinen Sendungen, in denen er Hörer anruft, oder von ihnen angerufen wird, in seinem ureigensten Metier weiß. Wie kaum jemand anderem gelingt es ihm, eine unmittelbare Beziehung zum Hörer aufzubauen, auch wenn sie nur zwei Minuten dauern darf, oder auch mal unwesentlich länger. Sofort entsteht ein Gespräch, bei dem die scheinbar so leichte Nonchalance niemals ins Zotige abgleitet oder dem Anrufer zu nahe tritt. Diese fragile Balance wahren zu können, ist das Wesen von Holtmann´s Moderation. Guten Abend Baden Württemberg. Es gibt keinen besseren Begleiter durch einen späten Badischen Abend, wenn die Fahrt vom Kaltenbachhof auf der B 3 Richtung Basel nach Mauchen führt, dem kleinen versteckten Weindorf zwischen den Hügeln bei Schliengen, das hier im Ländle unsere Heimat darstellt. Im Oktober, wenn die SWR 1 Hitparade eine Woche lang durchgehend die tausend beliebtesten Songs spielt, die von den Hörern wochenlang zuvor gewählt worden sind, & die zeigen, wie weit sich das Formatradio in seiner Musikauswahl von dem Geschmack der Zuhörer entfernt hat, bleiben wir zuweilen im Auto sitzen & hören vielleicht Tubular Bells zu Ende, es wird, ein besonders schönes Merkmal dieser Hitparade, in voller Länge gespielt, so wie alle Titel stets in der zuweilen recht langen LP –  Fassung gespielt werden. Dies gilt natürlich auch für Whole Lotta Love, & Holtmann läuft zur Hochform auf, wenn er diese im Radio sonst nicht zu hörende Version ansagt, weil er gerade wieder in der entsprechenden Schicht Dienst hat, denn die Hitparade läuft eine Woche lang, von Montag bis Freitag, 24 Stunden lang. & jedes Jahr gewinnt wieder Stairway to Heaven. Aber vielleicht hat das ja auch mit Mathias Holtmann zu tun.

Weinberge in Mauchen, Markgräfler Land

Es ist durchaus möglich, daß wir, je nach Uhrzeit, noch das Straußi des uns nun schon so lange bekannten & vertrauten Winzers aufsuchen, um noch ein Weinchen & vielleicht auch noch einen Flammkuchen zu bestellen. Wenn es dann so kommt, finden wir nach intensiven Gesprächen – die letzten Gäste sind lange fort – & dem Probieren der einen oder anderen besonderen Flasche, durch das dann bereits laternenlose Dorf erst zu später Nacht heim. 

Während ich dies alles schreibe & mir alte Photos anschaue, mich zurück erinnere an diese Tage & Abende, an ihren stillen warmen Glanz, ihr spätsommerliches Licht & die zunehmend frischen Nächte, geschieht Seltsames. Ein stilles Lächeln kann die Wehmut nicht vertreiben, die Erinnerung jedoch erschließt einen Raum behaglicher Behaustheit. Allerdings stellt sich zunehmend auch eine lastende Melancholie des Abschieds ein.

Thomas Bader ist im März 2014 nach langer schwerer Krankheit verstorben, die Buchhandlung Zum Wetzstein, sein Lebenswerk, wird aufgrund einer von niemandem nachzuvollziehenden Laune seiner Erbin & Ehefrau Ende diesen Jahres schließen. Die Kellerstrauße wurde nach dem Tod von Max Kaltenbach im Jahre 2013 aufgegeben. Mathias Holtmann moderiert seit dem März des Jahres 2015 nicht mehr, da er an Parkinson erkrankt ist. 

So sind diese Erinnerungen vor allem auch eine Referenz an Vergangenes, das weiterlebt & nicht vergessen werden kann. Sie gebieten Achtung für so viele, für unzählige Augenblicke stillen Glücks, die Kraft & Halt bieten & mich auf meine Sentimentalität stolz sein lassen.

Tief in der Unrast Zonen,
eh wir die Furche ziehen,
ehe wir bauen und wohnen,
gehen wir so dahin
fast wie ungeboren
fast wie ohne Schuld,
keinem Ding verschworen,
wartend in Geduld …
Und lauschen der Stimme des andern
Tages, der in uns beginnt
und hören nicht auf zu wandern,
bis wir verwandelt sind.

. . . heißt es bei Marie Luise Kaschnitz, der großen Schriftstellerin aus Bollschweil bei Freiburg, in ihrem Gedicht Stimme des anderen Tages. Doch es gibt sie noch, die Badischen Abende, sie sind nur ärmer geworden, ihr stiller Glanz ist verblaßt, das bunte Laub fällt früher & die Nächte sind kälter geworden.

 



Copyright © 2014. All rights reserved.

Veröffentlicht20. September 2019 von Klaus in Kategorie "Ballett, Kunst & Kultur

1 COMMENTS :

  1. By Laura Herz on

    Gott hat die Wehmut zu einer Art Vermittlerin zwischen dem Glück und dem Unglück, der Freude und dem Schmerz geschaffen.

    Wilhelm von Humboldt
    (1767 – 1835)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.