Januar 10

Gegenende

Gegen Ende
dem Gleis entgegen
der Zug wartet nicht
das Signal auf Rot
das Gepäck zu schwer
verlorener Tage Worte
Kiesel am Wegesrand
Wolken aus Blei

Ein grauer Vogel schön
friedvoll & weich
das Genick ist gebrochen
schaut friedlich & sanft
die Angst überwunden
die uns noch gereicht
gegen Ende
nach dem Sturm

Gegen Ende
nach dem Sturm
in den Pfützen blinkt Eis
Schnee steht bevor
im Feld flieht ein Reh
im Wald bricht ein Ast
ein Rabe kräht
am Knick schnürt ein Fuchs

Gegen Ende der Schnee
eine Furche bricht auf
die Luft kalt & naß
von fern klopft ein Specht
das Gestern mein Schatten
die Erde gefror´n
eine Glocke ruft leis´
gebt acht – haltet Wacht

Kurt Pingler

Januar 2

Gedankensplitter sieben

Jeden Tag
Treten Menschen in mein Leben
Und wieder raus
Ich habe aufgehört zu zählen

Wir begrüßen uns mit Floskeln
Versehen uns mit Spott
Belegen uns mit Dogmen
Doch richten kann nur Gott

Dies ist ein dunkler Ort
Weil du ihn dazu machst
Dies ist ein dunkler Ort
und du hast ihn erdacht

Wir warten auf den Tod
Verschwenden unsre Zeit
Tun was man von uns erwartet
Zahlen den Preis für unsre Feigheit

Die Tage ziehen vorbei
Wir scheißen und fressen
Unsere Zimmer sind Särge
Geld hilft uns zu vergessen

Wir leben unbedeutende Leben
Und bewirken nichts
Dich verschluckt das Vergessen
Und niemand erinnert sich an Dich

Dunkler Ort / Böhse Onkelz

Diese Ausgabe der Gedankensplitter ist dem Andenken an Rolf Peter Sieferle (5. August 1949 in Stuttgart bis 17.9.2016 in Heidelberg) gewidmet. Er war außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim, seit 2000 lehrte er an der Universität St. Gallen, seit 2005 als ordentlicher Professor für Allgemeine Geschichte. Sieferle´s Arbeitsschwerpunkte waren Umweltgeschichte, Universalgeschichte, Sozial-, Kultur- und Ideengeschichte der Industrialisierung, sowie Zivilisationsgeschichte.
Er schrieb u.a. für TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung, die in der Winterausgabe 2016 / 17 aus einem Brief an enge Freunde vom 14.9.2016 zitiert:
Wir haben es zurzeit offenbar mit einer gezielten Selbstzerstörung der deutschen, europäischen, westlichen Kulturen zu tun.  ( . . . . ) Diese Kultur sägt an mehreren ihrer Säulen gleichzeitig. Sie läßt nicht nur Millionen von Analphabeten in ihre Länder einreisen, sondern sie sorgt zugleich dafür, daß ihre Einwohner selbst, jedenfalls die Jugendlichen, zu Analphabeten werden. ( . . . ) Wenn er (der IQ bei Jugendlichen – Anmerkung des Verf.) heute sinkt, ist auch das vermutlich nicht nur auf die Infantilisierung des Bildungssystems zurückzuführen, sondern auch auf Peergruppen Einflüsse, (Jugendkulturen) oder auch auf die Immigration von Minderbegabten, die ja in der Statistik mitgezählt werden. Interessant ist jedenfalls die Gleichzeitigkeit und Breite, mit der sich dieses Wahnsystem der Selbstzerstörung ausbreitet. Es ist wie eine Epidemie, die nicht zuletzt das Immunsystem angreift. Ich spüre dahinter ein solches Momentum, dass ich es für fast ausgeschlossen halte, dass dieser Prozess aufgehalten oder gar umgekehrt werden kann. Man muss ihm eben einfach nur gelassen in die Augen blicken, und wissen, wann es an der Zeit ist, die Bühne zu verlassen.
Am 17.9.2016 ist Rolf Peter Sieferle freiwillig aus dem Leben geschieden.

Scheinbar hat es sich grad ausgemerkelt & zuendegegauckt; jedenfalls läßt das System Anflüge von Panik erkennen, weil den Fürsten am 3. Oktober in Dresden der Kniefall nicht nur verweigert, sondern ihnen auch das Mißbefinden des Pöbels ins Gesicht geschrien wird. Ein ungeheurer Vorgang, daß sich ein Teil des Volkes nicht länger Bratwurst ins Maul stopfen läßt, damit es die Fresse hält. Schon Marie Antoinette wußte: wenn das Volk kein Brot mehr hat, soll es doch Kuchen essen! Undankbares Pack, möchte man hinzufügen.

Die, denen die Demokratie westlicher Prägung nach WK II verordnet wurde, wollen die belehren, die sie 1989 zu Hunderttausenden erstritten haben. Noch ein Grund, warum die ministeriellen Schulverweser den Geschichtsunterricht abschaffen wollen.

Die Flüchtlingskrise hat, neben anderen Problemen, von denen nicht ein einziges gelöst wurde, vor allem eins offenbart: Komplettes Staatsversagen. So ist, was anscheinend kaum jemand bemerken möchte, die Flüchtlingskrise in erster Linie eine Staatskrise. Tausende naiv blinde Helferlein haben anarchische Zustände weitgehend verhindert. Das Problem hat allerdings in aller drastischen Deutlichkeit gezeigt, daß das politische Personal zwar jederzeit zum dutzendfachen Rechts- & Demokratiebruch in der Lage ist, wie es auch schon bei der sog. Griechenland- & Euro„Rettung“ dem staunenden Publikum vorgeführt hat, zur Lösung der von ihm geschaffenen Probleme allerdings nichts beizutragen weiß. Deutlich wurde hierbei auch, dieses System ist eine Schönwetterveranstaltung, ein Selbstläufer solange es einigermaßen reibungslos funktioniert & es vor allem etwas zu verteilen gibt. Ändert sich dies, regieren trotzige Hilflosigkeit & Bunkermentalität, Zensur, zunehmende Überwachung & Bürgerbeschimpfung. Das System beginnt dann recht schnell, die Fratzen seiner eigenen Feindbilder anzunehmen.

Kaiserstuhl, Südbaden
Kaiserstuhl, Südbaden

Music was my first love & it will be my last, music of the future & music of the past….“
Diese Zeilen aus dem einzigen Hit des langjährigen Tina Turner & Joe Cocker Gitarristen John Miles sind mir inneres Programm. An dieser Stelle ist bereits Einiges über die Macht der Musik gesagt worden. Neulich hörte ich nach einigen Jahren endlich wieder einmal einige Platten des kanadischen Trios Rush, dessen fünf Alben zwischen der dritten Platte vom April 1976 (2112) & der achten vom Februar 1981 (Moving Pictures), sowie das Live – Doppelalbum Exit . . . Stage Left vom Oktober 1981 zum Besten gehören, was Musik an der Schnittstelle zwischen Metal & Hardrock, progressivem Rock & ausgefeiltem Artrock je zu bieten hatte. Kompositorisch & spieltechnisch auf allerhöchstem Niveau, unter klangbereichernder Benutzung des Moog Taurus Pedals, sowie mit poppigen Melodien & einprägsamen Refrains versehen, reiht sich auf diesen Alben Perle an Perle. Zwanzigminütiges Opernhaftes steht neben kurzem, relativ einfach Gehaltenem & macht immer wieder auf´s Neue staunend, wozu kreative Musiker, die ohne technische Limitierungen agieren, in der Lage sind. Immer wieder auffällig Drummer Neil Peart, für mich unangefochten der beste (Rock – ) Schlagzeuger weltweit, der seine vertrackten Begleitungen, polyrhythmischen Einwürfe & Breaks mit federleichtem flüssigen Spiel nahezu jazzig atmen läßt & Dutzenden Spitzentrommlern unüberhörbares Vorbild war, auch wenn sie dessen Leichtigkeit nur sehr selten erreichen. Immer wieder auf´s Neue. Chapeau & Danke !

Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Carolin Emcke ist ein erneuter Tiefpunkt im intellektuellen Diskurs hierzulande. Nach der von interessierter Seite zum Skandal aufgeblasenen Paulskirchenrede von Martin Walser im Jahr 1998 gilt es, derartige „Provokationen“ pflichtschuldigst zu vermeiden. In diesem Deutschland geschieht das durch die Wende hin zur moralisch – ethischen Unanstößigkeit, der sakralen Überhöhung sog. politischer Korrektheit & dem kategorischen Imperativ des erbarmungslosen Gutmenschentums. Emcke, die auch als Philosophin firmiert, verkörpert all das in perfekter Art. Wie andere Zeitgeistphilosophen auch – siehe ihren Zunftbruder Richard David Precht – hält sie es nicht für ihre vornehmste Aufgabe, den bestehenden Diskurs in seinem neototalitären Anspruch zu hinterfragen, sondern ihn führend mit zu prägen & den korrekten Takt zu schlagen. Daß auf diese Weise eine der höchsten intellektuellen Auszeichnungen des Landes desavouiert wird, wollen die Claqueure des scheinbar Unerläßlichen nicht sehen. In ihrem & in diesem Sinne haben sie in Carolin Emcke eine würdige Preisträgerin gefunden.

Zitat I: „Die offene Gesellschaft lebt davon, daß man sagen darf, was man sagen will. Sie ist das Gegenteil von all dem, was das linksliberale Milieu sich unter ihr vorstellt.“ Jörg Barberowski, Historiker, Universitätsprofessor, auf bazonline.ch (Baseler Zeitung – online) am 25.11.2016

Der Umgang mit Leben & Werk Martin Heidegger´s, dessen anfängliche Verehrung von Adolf Hitler genauso wenig je Geheimnis war, wie seine spätere Enttäuschung & Abkehr des von den Nazis zum Direktor der Universität Freiburg Berufenen, allerdings bereits zwei Jahre später wegen ideologischer Unzuverlässigkeit aus dem Amt Gedrängten, dem Lehrer & Geliebten Hannah Arendt´s, dokumentiert eindrucksvoll das Niveau geistiger & intellektueller Verkommenheit in diesem Lande, in dem willfähriges Engagement im Dienste des sog. Kampfes gegen Rechts längst jedes Maß verloren hat. Politisches wird zum Maßstab von Leben & Werk erhoben & die inhaltliche Auseinandersetzung einer umfassenden menschlichen Demontage unterworfen. Dieses Gebahren ist Teil eines sich immer deutlicher abzeichnenden & mittlerweile offen zutage tretenden Neototalitarismus, in dem die freie Rede genauso unter Generalverdacht gerät wie die Freiheit der Lehre & eine unabhängige & freie Presse, in dem das sich geistig nennende Leben längst Diener eines neuen Herren geworden ist. Diesen hat Carolin Emcke in ihrer Friedenspreisrede am 23.10. diesen Jahres mit dem Begriff eines „universalen Wir“ benannt, in dem „wir alle“ uns gegen Ausgrenzung, Haß & Reinheitswahn wenden. Genau das allerdings wird von den Apologeten dieses neuen „universalen Wir“ derzeit umfassend betrieben. Der Widerstand gegen diese Gesinnungsdiktatur, gegen dieses sich Mehrheit anmaßende „Wir“ bleibt die große Aufgabe in dieser Zeit.

Der Dschungel von Calais“, so Stefan Ulrich in der SZ v. 25.10.2016, sei „das Guantanamo Europas“. Das ist so falsch wie durchsichtig, denn die Bewohner des sog. Dschungels sind freiwillig dort & können jederzeit gehen. Daß Ulrich damit allerdings auch unterstellt, alle Bewohner des „Dschungels“ seien Terroristen, wird ihm sicherlich entgangen sein & war selbstverständlich niemals seine Absicht.

Es wird immer wieder gerne zwischen dem religiösen Islam & dem politischen unterschieden. Es gibt natürlich weitgehend säkularisierte Muslime, die jedoch sind selten das Problem, ein unpolitischer Islam hingegen ist Wunschdenken der Realitätsverweigerer & Identitätsabschaffer.

Wenn wir uns erinnern, zurückblicken auf Ereignisse, Menschen & Orte, schwingt in der Regel eine Wehmut mit. Oft stellt sich eine melancholische Stimmung ein & das Gefühl, das Heute ist nicht mehr in der Lage, das Gestern aufzuwiegen. Diese Stimmung ist keinesfalls Nostalgie, sondern ein Gefühl der Entbehrung, des Verlustes & des Erkennens, daß unsere Zeit unwiderruflich vergeht. Zu diesem Gefühl kann sich eine gewisse Dankbarkeit gesellen, die uns in ruhigen Momenten die Hoffnung schenken mag, daß es so schlimm schon nicht werden wird. Doch wir können gewiß sein, daß die Erinnerung unauflöslich bleibt, ja daß sie Ansporn für künftiges Handeln werden kann.

Seltsame Dinge geschehen überall, u.a. diese Seiten berichten davon. Besonders bizarr ist gegenwärtig der Umgang der evangelisch lutherischen Kirche mit ihrem Namensgeber. In jeder anderen Religion oder Kirche wäre es vollkommen undenkbar, daß sie sich ihres Namensgebers & Stifters, einer der bedeutensten Personen der Weltgeschichte, schämt. Die evangelische Amtskirche, diese Verbreiterin einer kuschelig lauwarmen Zeitgeistwellness möchte mit ihrem Namensgeber nichts mehr zu tun haben. Nun sieht sie sich zwar gezwungen, das Reformationsjubiläum zu begehen, das Lutherhaus in Wittenberg hat sie allerdings für das Jubeljahr leerräumen lassen & geschlossen, denn es soll unbedingt renoviert werden, & die Exponate auf Museumsreise in die USA geschickt. Die Wellnessberaterin Käßmann, jederzeit bereit, für´s gute Gewissen den Verstand zu suspendieren, erklärt derweil, der Luther bedürfe keiner Verehrung, denn er sei ja ein Antisemit & frauenfeindlich noch dazu gewesen. Dekan Jörg Breu aus Altdorf hat derweil bereits jetzt schon genug vom „Lutheralala“ & läßt bei einer Fest – Veranstaltung den Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime dem Publikum erklären, was dieser von den Christen erwartet. Verkehrte Welt? Keineswegs, Breu ist Dekan unter dem Landesbischof Bedford – Strohm, dieser dauergrinsenden Karrikatur eines Pfaffens, & singt  vorsorglich schon mal dessen Lied. B – S, auch EKD – Ratsvorsitzender, pflegt ein sehr spezielles Verhältnis zum Islam, er befindet sich in einer Art Dauerdialog mit seinen Vertretern. Wohlmöglich glaubt er sogar, was die ihm erzählen. Kein Wort & keine Zeit findet er allerdings für die Tausenden von seinen Dialogbrüdern malträtierten Christen in Deutschen Flüchtlingsunterkünften. Vorschlag: die evangelische Kirche (der Antisemit & Frauenfeind wurde aus dem Namen entsorgt) läßt sich als Partei registrieren. B – S wird zum Minister für Denunziation & Gewissenskontrolle ernannt, sein Ministerium aus dem Justizressort, wo die Geschäfte bislang geführt wurden, ausgegliedert. Als erste Amtshandlung verbietet er die Aufführung von Werken Johann Sebastian Bachs in den Kirchen, da dieser inzwischen auch endlich judenfeindlicher Umtriebe überführt werden konnte. Staatssekretär wird Ali M. aus Syrien, ein wahabitischer Renegat, der zur Amtseinführung einige Passagen aus dem Malleus Maleficarum vorträgt.

Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg im Breisgau
Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg im Breisgau

Das Wüten des Islamfaschisten in Ankara trägt zur Klärung einiger wesentlicher Punkte bei, deren Kenntnisnahme im Westen bislang hartnäckig verweigert wird. In seiner Person offenbart sich die Melange aus Größenwahn & ausschließlich als pathologisch zu definierender geistig seelischer Degeneration, die allen Diktatoren gemein ist. Die muslimische Unterschicht, also die Mehrheit der türkischen Bevölkerung, die ein bildungsfernes Leben in Rückständigkeit & islamistischer Aufklärungsverweigerung einer säkularen Demokratie jederzeit vorzieht, ermöglicht & unterstützt vehement Bürgerkrieg, Folter, Willkür, Zensur, Rechtlosigkeit & bald auch die Todesstrafe. Wir kennen dies aus allen anderen islamischen Auto- & Theokratien. Der bedauerlicherweise gescheiterte Putsch in der Türkei wird somit in erstaunlicher Geschwindigkeit zum Rückfall in vormittelalterliche, also islamische, Gesellschaftstransformation genutzt. Schließlich die erbärmliche Rolle der EU insgesamt, & Berlin´s im Besonderen. Das Ausbleiben jeglicher Konsequenz ist die Ermunterung, Bestätigung & Stärkung eines zunehmend terroristisch agierenden islamistischen Regimes. Dies zeigt, was die Bekenntnisse zu einer angeblichen Wertegemeinschaft bedeuten.

Beim Sichten & Aufräumen alter Leitz – Ordner; der Staub, der sich wohlverdient auf alte Gedanken, einst Geglaubtes & die Ausstellung überkommener Ideen gelegt hat, heute noch spürbar die vergangene Wichtigkeit des bereits damals Bankrotten; Irrtümer in Klarsichtfolie.

Die ZEIT schreibt nach der Wahl von Trump, daß nunmehr nur eine demokratische Macht auf der Welt verbleibt: Europa. Nun gibt es keine deutsche Publikation, in deren Redaktion mehr Mitglieder transatlantischer Netzwerke wie der Atlantikbrücke u.A. sitzen, allen voran Herausgeber Joffe, der auch als Dauergast auf den Bilderberg Tagungen auftritt. Diese Leute vertreten die Inhalte, für die auch Hillary Clinton umfänglich steht. Die gegen Rußland gerichtete schrittweise Osterweiterung der NATO, incl. der daraus resultierenden Maidan Beweihräucherung wird als unabhängiger kritischer Journalismus verkauft. Es ist also Vorsicht geboten, wenn „Europa“, dieses zutiefst undemokratische zentralistische Zerrbild, zum Maßstab von Demokratie verklärt wird, & dessen umfassendes Versagen in nahezu allen Punkten der gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen von immer mehr Menschen mit Wut & Ablehnung verfolgt wird.

Das Hofieren von Minderheiten, egal wie klein & laut sie auch immer sind, & die Erhebung von deren Interessen zum Maßstab für die überwiegende Mehrheit, ist eine Form linken Sozialdarwinismus. Das Aufbegehren dagegen als populistisch zu bezeichnen, ist eine Umkehrung der Verhältnisse.

Der Politclown, in seiner Dreieinigkeit als SPD – Vorsitzender, Vizekanzler & Wirtschaftsminister, knickt vor der Kohlelobby im DGB & der Energie – Industrie ein. Daß der deutsche Chefopportunist damit beweist, daß seine Partei genauso überholt & abgewirtschaftet ist, wie der von ihm verzweifelt vorgetragene Versuch, ein totes Pferd am Leben zu erhalten, stört ihn nicht. Letztlich war er schon immer nichts anderes als das schlabbernde Schoßhündchen der sog. Klimakanzlerin. Da ist sie wieder, die jahrzehntelange, mittlerweile zum Siechtum führende Krankheit der alten Tante SPD: die Angst vor der Macht.

Nach den Attentaten auf „Charly Hebdo“ u.A. beschloß der Verband französischer Bürgermeister mehrheitlich, die traditionellen Weihnachtskrippen aus den Rathäusern zu entfernen, da deren Aufstellung gegen das Laizismusgebot der französischen Verfassung verstoße. Nun hat Frankreichs höchstes Verwaltungsgericht entschieden, daß Weihnachtskrippen nur noch dann aufgestellt werden dürfen, wenn sie kein religiöses Symbol darstellen. Wie das – oder auch, was denn sonst. Vielleicht fragen wir hierzu den Ratspräsidenten der EKD, den Landesbischof Bedford – Strohm, der hat Erfahrung in kultureller & religiöser Selbstaufgabe. Bei einem Besuch in Jerusalem trug er zwar seine normale Amtskleidung, jedoch nicht das dazugehörige Kreuz, angeblich, so die Darstellung, auf Bitten der jüdischen & muslimischen Würdenträger. Sein Begleiter, der katholische Amtsbruder Marx, tat es ihm gleich. Beide bezeichneten dies als einen Akt des Friedens. Das Entfernen eines Friedenssymbols ist demnach selbst ein Symbol des Friedens. „Jesus aber sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Matthäus 26 (34). Wir warten auf den sicherlich nicht sehr fernen Tag, an dem Jesus von Nazareth endlich des Rassismus & des Antisemitismus überführt wird.

In Freiburg im Breisgau hat eine Kommission getagt, um die Liste der Straßennamen auf ihre politische Korrektheit zu überprüfen & als anstößig Gebrandmarktes aus der Öffentlichkeit zu tilgen. Man kennt das bereits aus der Zeit des Nationalsozialismus & nimmt diese Tradition gerne wieder auf. Die sog. „Expertinnen & Experten“ haben die inkriminierten Namen in eine Kategorie A eingeteilt, also in die, die verschwinden  müssen, sowie in eine Kategorie B für diejenigen, die eines „erklärenden Zusatzschildes“ bedürfen. Als Auswahlkriterien galten den „Expertinnen & Experten“ die „aktive Förderung des Nationalsozialismus beziehungsweise des NS-Unrechtsstaates von führender Position aus, Rassismus in Theorie und / oder Praxis, aggresiver Antisemitismus bei Personen, die Multiplikatoren darstellten, Militarismus in Form der Glorifizierung des Ersten  Weltkrieges (Dolchstoßlegende) & extreme unzeitgemäße Frauenfeindlichkeit“. Zur Kategorie A gehören natürlich u.a. der Martin Heidegger Weg, sowie die Hindenburgstraße. In der Kategorie B finden sich Namen wie Richard Wagner, Richard Strauß, Gerhard Hauptmann, Carl Theodor Körner, Friedrich Ludwig Jahn & Heinrich Hansjakob. Die sich als antifaschistisch gerierenden Wühlmäuse haben nicht nur kein Problem damit, sich nationalsozialistischer Methoden zu bedienen, sondern erweisen sie sich in ihrer Funktion als Gesinnungsblockwarte einer Differenzierung zwischen Werk & Privatperson als erwartungsgemäß unfähig. Was bedacht werden muß: das Ausradieren großer & wichtiger Teile deutscher Geistes- & Kunstgeschichte vor 1945, die neue BRD, Deutschland nach Auschwitz, als Gefäß der unbefleckten Empfängnis, angefüllt mit Geisteswichten, die ihren hypermoralischen Bildersturm für geschichtliches Bewußtsein & ihre Geistes- & Denkschwäche für einen intellektuellen Aufbruch halten. Festzuhalten bleibt zudem: Das Umbenennen von Straßennamen als Teil einer gegen die Geschichte & die Kultur dieses Landes gerichteten Kampagne bedient sich genau der Nazimethoden, die es angeblich als andauernden Schuldkomplex im Mechanismus der volkspädagogischen Umerziehung in den Köpfen der Menschen, im Unterricht, medial & offiziell zu implementieren trachtet. Das stiefel- & uniformbewehrte Fackelanlegen an Bücherstapel ist dem Wirken wohlalimentierten „Expertentums“ akademischer Kretins gewichen.

Nachdem Martin Luther nunmehr zweifelsfrei als Antisemit & Frauenfeind überführt werden konnte, ist es endlich auch gelungen, den größten Komponisten der Weltgeschichte, Johann Sebastian Bach, als Antisemiten zu diffamieren. Besondere Verdienste dabei haben sich nJörg Hansen & Rainer Balcerowiak erworben. Ersterer Leiter des Bach – Hauses in Eisenach & Kurator der Ausstellung Luther, Bach & die Juden, der Zweite jahrelanger Autor der militant stalinistischen Tageszeitung Junge Welt & deswegen natürlich in ganz besonderer Weise berufen, sich ausgerechnet über Antisemitismus zu äußern. Selbstverständlich ignoriert man den Unterschied zwischen Antijudaismus & Antisemitismus, um bewußt & gewollt Gegenwartsbezüge herzustellen, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Darum geht’s aber auch grad nicht, sondern darum, eine hypermoralische Gesinnungsdiktatur zu begründen. Das Diktum Adorno´s, nach dem das Schreiben von Gedichten nach Auschwitz nicht mehr möglich sei, wird ins Groteske verzerrt & lautet nunmehr, deutsche Geschichte, besonders die des Geistes, ist lediglich noch in ihrer Funktion als Wegbereiter von Auschwitz relevant. Folgerichtig wird der Geschichtsunterricht für obsolet erklärt & durch Ethik – & Demokratieerziehung ersetzt. Die Überwindung des Eigenen setzt die Löschung des Vergangenen voraus. Vor allem jedoch stetige Umerziehung.

Es gibt Dinge & Geschehnisse, die auch vollständig unkommentiert die Wirklichkeit in ihrer ganzen neubunten & bereichernden Breite beschreiben: In Belm, Ldkrs. Osnabrück, besucht seit drei Jahren eine 16 – Jährige vollverschleiert, mit sog. Niqap eine Schule. Dies ist nach dem niedersächsischen Schulgesetz verboten. Nachdem die Schule seit zwei Jahren in Gesprächen mit der Schülerin & deren Eltern vergeblich versucht hat, daß der Gesetzeslage entsprochen wird, beschloß die Schule, auf Strafmaßnahmen zu verzichten & die Vollverschleierung zu dulden. Der Kulturausschuß des Landtages bestätigte diese Duldung, um den Schulabschluß des Mädchens nicht zu gefährden. Die Landesschulbehörde hatte sich zuvor dahingehend geäußert, eine Teilnahme mit Vollverschleierung am Unterricht sei nicht zu dulden, da der Bildungsauftrag nicht gewährleistet werden könne. In diesem Sinne hatte auch das Verwaltungsgericht Osnabrück in anderer Sache Vollverschleierung im Unterricht verboten. Am 12.12.2016 diskutierte der niedersächsische Landtag über einen Antrag der oppositionellen CDU, die zuständige Ministerin vor dem Niedersächsischen Staatsgerichtshof anzuklagen, da sie mit der Duldung der verbotenen Verschleierung Rechtsbeugung betreibe. In der hitzigen Debatte bezeichneten Redner der rotgrünen Koalition die Duldung der Vollverschleierung als „ . . . eine Maßnahme zur Integration der Schülerin“. Nach Informationen von NDR 1, Radio Niedersachsen, befinden sich der Vater sowie der ältere Bruder des Mädchens unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz, da sie Anhänger des seit 2001 verbotenen „Kalifatstaats“ sind & somit Mitglieder der gewaltbereiten Salafistenszene.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, versteht ihre Aufgabe offensichtlich als Beauftragte für die Rechtfertigung & Verteidigung islamistischer Ärgernisse. Nachdem sie jüngst die Meinung geäußert hat, muslimische Kinderschänder müßten nicht unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden, Kinderehen seien nunmal eine kulturelle Eigenart, heult sie gestern entsetzt auf, als bundesweit gegen Unterstützer einer terroristischen Vereinigung vorgegangen wird. Da bestünde doch, so Özogus, der Verdacht der Willkür. Die Äußerungen der in diesem Amt Unbrauchbaren decken sich in erschreckender Weise mit den Forderungen der islamischen Asyl- & Einwanderungsbegehrer, die Bringeschuld bei der Integration liege zuerst einmal beim Aufnehmenden, der die Eigenheiten der Begehrer nicht nur zu akzeptieren, sondern hinlänglich & kritiklos zu unterstützen habe. Auf dem kürzlich stattgefundenen sog. Integrationsgipfel, einer Veranstaltung, bei der Kritik & Bedenken der Mehrheitsgesellschaft mit den üblichen Ismen abgekanzelt werden, wurde neben der Verschärfung des Kampfes gegen „antimuslimische Ressentiments & strukturellen Rassismus“ auch die Festschreibung Deutschlands als Einwanderungsland, & zwar „auf vielfältige Weise“ im Grundgesetz verlangt. Das dazu auch eine „Handreichung für den richtigen medialen Umgang mit dem Islam“ gehört, den Özoguz´ Behörde herausgegeben hat, kann da nicht weiter verwundern. Es ist keineswegs erstaunlich, in welchem Maße der moralisch ethische & kulturelle Verfall hierzulande mit der Übernahme islamischer Diskurshoheit einher geht. & ja, es geht bei dieser Art von Problemen & ihren unabsehbaren Folgen, unverschämten Forderungen & unerhörten Anmaßungen ausschließlich um Muslime & um niemand anderen.

Zitat II: „Fast jeder in Deutschland besitzt ein Smartphone. Ich finde, daß Flüchtlinge vom deutschen Staat ein Smartphone bekommen sollten. Es ist unfair, daß sich viele Migranten keines leisten können. ( . . . ) Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Hier ist keiner arm. Jeder Flüchtling hat das Recht auf ein Smartphone.“ Aras Bacho, syrischer Asylbewerber auf huffingtonpost.de am 26.11.2016.

Steinmeier wird Bundespräsident, Merkel bleibt (voraussichtlich) Kanzlerin. Diese beiden Meldungen ausgerechnet in der Totengedenkwoche zwischen Volkstrauertag & Totensonntag sind ein Bonmot, daß sich intelligenter kaum ausdenken läßt.

Bei der Betrachtung der Kandidaten wird offensichtlich, was Christoph Schliengensief einst meinte, als er von Deutschland als dem „Land der trockenen Kekse“ sprach. Womit haben wir eigentlich verdient, daß uns weitere vier traurige muffige bewegungslose Jahre zwei dröge misanthropische Hinterzimmerapparatschicks ein Weiterso predigen & uns mit ihrem inhaltslosen leeren Geschwätz belästigen dürfen, dem nur noch ihre medialen Apologeten zuhören, die in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft mit ihnen zusammen abdanken werden.

Das Einigeln derer, die sich für das neue bunte Deutschland, die offene Gesellschaft & die Überwinder von Volk & Heimat halten, also diejenigen, die für die sog. Mehrheitsgesellschaft weitgehend lediglich Verachtung empfinden, wird auch an der Vergabe sämtlicher renommierten Literaturpreise deutlich. Egal ob Georg – Büchner – Preis oder Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, geehrt darf sich der – oder gerne auch diejenige – fühlen, die größtmögliche Distanz zwischen sich & dem, was früher noch Volk genannt werden durfte, zumindest behaupten kann. Nun traf es Marcel Beyer, dessen Roman Kaltenburg ich vor einigen Jahren mit sehr großer Freude las, obwohl schon damals wichtigtuerisch korrekt geraunt wurde, dies sei eine Parabel auf Konrad Lorenz. Das interessiert mich heute so wenig wie damals, es ist eins meiner Lieblingsbücher geblieben: sprachlich genau, atmosphärisch dicht, stilistisch brillant. Beyer bekam neulich also den Büchner – Preis verliehen & entblödete sich nicht, seine Dankesrede zur Bestätigung seiner Zugehörigkeit zum sich elitär wähnenden Establishment zu nutzen, indem er sich entschieden gegen jene „Zeitgenossen“ wandte, die „vor lauter Nationalempfinden schwitzen“, & die eine „grundverunglückte Heiligabendsprache zelebrieren, die Deutschlandretter mit einem Dschihadistenernst zelebrieren, daß mir das Blut in den Adern gefriert.“ Wie sagte Georg Büchner, der Revolutionär gegen Zensur & für die Freiheit von Rede & Geist einst: „Dies Teutsche, dies wird euer Los sein; wenn ihr euch jetzt nicht zu neuem, kräftigen Leben wieder erhebt, wenn ihr nicht wieder bald anfangt Teutsche zu werden, wenn ihr euch nicht eure Nationalität, rein und geläutert von allem Fremden wieder erwerbt, werden eure Nachkommen sich eures gebrandmarkten Namens schämen und untergehen werdet ihr ein Spott der Nachwelt und der Gegenwart.“ Dies sei ausdrücklich erinnert, wenn wieder einmal ein Exponent des sog. Regietheaters seine Inszenierung von Danton´s Tod als Parabel auf den ach so freiheitlichen Zeitgeist verstanden wissen will. Das Wort von den Zeiten & wie sie sich ändern, ist eben doch alles andere als eine Banalität.

Wegkreuz & Weinberge in Manchen, Südbaden
Wegkreuz & Weinberge in Manchen, Südbaden

Das Programm von NDR – Info offenbart ziemlich eindrucksvoll, wie der sog. Linksliberalismus heutzutage funktioniert, nämlich als Amalgan aus Neoliberalismus & links – grünem Sozialdarwinismus. Das globalisierte Kapital trifft, ganz im Sinne Georg Soro´s u.A. auf die Ergebnisse des angestrebten Multikulturalismus innerhalb sog. offener Gesellschaften, also freies Kapital auf frei umher nomadisierende grenzenlose Menschenströme. Daß es sich bei den bedingungslos auszugrenzenden Kritikern dieser Politik um die weit überwiegenden autochthonen Bevölkerungsmehrheiten handelt, belegt eindrucksvoll den geistigen Bankrott der globalen Linken & ihre Rolle als Vollstreckungshelfer globalisierter Märkte. Folgerichtig betreibt NDR Info unisono Migrationskriseneuphemisierung & umfassende Gewerkschaftsschelte wenn mal wieder irgendwo gestreikt wird,  ganz im Sinne des angestrebten Amalgans. Zwangsgebührenfinanziert natürlich.

Interview mit Siri Hustvedt in der SZ vom 19.11.2016. Es ist so interessant wie ambivalent. Der psychoanalytische Blick auf Clinton selbst, wie auch auf bestimmte Trump – Wähler ist schlüssig & stimmig. Dann wieder die linksliberale Blase, das Verengen Amerika´s auf New York & Ihresgleichen & der sich zusehens verfestigende Eindruck, daß diese Leute tatsächlich nicht in der Lage sind, sich vorzustellen, daß es außerhalb ihres Biotop´s noch ein anderes Amerika, gar eine andere Welt geben könnte. Nichts als zweifelenthobene Selbstgewißheit. Dabei ist Hustvedt selbst im sog. Biblebelt aufgewachsen.

Ein Gespenst geht um im Lande, sog. Fake – News, also erfundene Nachrichten, bedrohen die Demokratie. Diesmal konnten als Urheber allerdings weder die Tagesschau, noch das Heute – Journal überführt werden. Die Angst geht um, daß sich sog. Rechtspopulisten dieser Fake – News bedienen könnten, um Wahlergebnisse zu manipulieren. Die CIA hat – im Gegensatz zum sehr zögerlichen FBI – angeblich festgestellt, daß der Sieg von Donald Trump maßgeblich durch Manipulation in den sog. sozialen Medien zustande gekommen ist – gottseidank, möchte man hinzufügen. Die Geschichte dieses nunmehr namhaften Begriffs hat allerdings eine lange Tradition: der japanische Angriff auf Pearl Harbour, der zum Eintritt der USA in den 2. WK führte, war länger schon bekannt & kam keineswegs überraschend, mittlerweile ist klar, daß Personal von Radarstationen abgezogen wurde & Warnmeldungen nicht weitergegeben wurden, also 2403 Menschen bewußt geopfert wurden, um den Eintritt der USA in den Krieg durch entsprechende Propaganda gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit & zugunsten des militärisch – industriellen Komplexes zu erzwingen. Ähnliches geschah während des Balkankrieges im Deutschen Bundestag, als der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) die Teilnahme Deutschlands dadurch erzwang, daß er von einer Zangenbewegung der serbischen Armee zur Vernichtung der kosovoalbanischen Bevölkerung fabulierte, die es zu keinem Zeitpunkt gegeben hatte. Nicht anders verhielt es sich mit den gefälschten Beweisen, mit denen die USA vor der UNO den Krieg gegen den Irak erzwangen. Wir sehen, es hat in der jüngeren Geschichte tatsächlich Fake – News mit erheblichen & schwerwiegenden Folgen gegeben.

Freiburg im Breisgau, dieses wunderschöne Städtchen, hat sich verändert. Deutlich & ausgesprochen abstoßend ist der Einbruch der „kulturellen Bereicherung“ spürbar. Unangenehm berührt nimmt man eine Atmosphäre von Drogenkriminalität & latenter Gewaltbereitschaft wahr, die sich, vom Hauptbahnhof & umliegenden Plätzen ausgehend, Richtung Innenstadt ausbreitet. Auffällig auch: sog. umA´s (amtl. Abkürzung für: unbegleitete minderjährige Ausländer) mit 300,- € Kopfhörern & teuren Markenklamotten. Das Unbeschwerte, das Sorglose & Leichte, daß diese Stadt wie kaum eine andere in Deutschland prägte, geht zunehmend verloren. Morde & Vergewaltigungen an zwei jungen Frauen erregen bundesweit Aufsehen & Anteilnahme. Die Tagesschau weigert sich, über den überführten Täter in zumindest einem der Fälle zu berichten, denn er paßt als sog. umA ins Bild. Dieses Bild hat nichts mehr mit der rosawolkenen Willkommenkultur zu tun. Es hat auch nichts mit erlittenen Fluchttraumata zu tun. Es ist die Fratze einer häßlichen atavistischen & in Teilen menschenverachtenden vorzivilisatorischen Kultur. So ist es, wenn zusammengezwungen wird, was nicht zusammen gehört.

Zitat III: „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der neue Faschismus. Er wird einen Clown sagen lassen: Ich bin die Zivilgesellschaft!“ Rainer Meyer (Don Alphonso), Blogger & Autor.

Der erst 25 – jährige russische Pianist Daniil Trifonow, auf diesen Seiten bereits als Beispiel für die Überwindung hochglanzlackierten Kunsthandwerkes mit erotisch aufgeladener Verkaufsmasche gelobt, hat nach seiner fulminanten Liszt Veröffentlichung, auf der er die technisch immens anspruchsvollen Etudes d’exécution transcendante mit restloser Hingabe & einem nahezu übermenschlichen musikalischen & klanglichen Verständnis eingespielt hat, eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten: mit 27 Jahren zu sterben wie schon so viele Frühvollendete vor ihm, oder der einzige legitime Nachfolger von Wladimir Horowitz zu werden. Wie kein anderer Pianist nach Horowitz versteht es Trifonow, dem Klavier die Dinge zu entlocken, die hinter den Noten stehen, die – um im Bild zu bleiben – Transzendenz von Werk & Komponist nicht nur zu erfassen, sondern auch hörbar zu machen, ohne dabei, wie so viele Hochgelobte vor ihm, sich einfach nur in Exzentrik & Exaltiertheit zu gefallen, indem sie die Pose über den Inhalt stellen & auf die Wirkung dieses Blendwerks vertrauen. Die Feuilletons der letzten Dekade sind voll davon; überwiegend Sternschnuppen, die nach heftigem Aufflackern ihre allzu schnelle & leuchtende Bahn über den Horizont im baldigen Verglühen beenden. Mein persönliches Lieblingsbeispiel für diese Art von Hype: der griechische Dirigent Teodor Currentzis, der in einem schrottigen Opernhaus im sibirischen Perm residiert & dessen Einspielungen der Da Ponte Opern von Mozart dem internationalen Feuilleton Begeisterungsschreie entlocken. Currentzis inszeniert sich gerne in der Pose eines plüschigen Musikrasputins, esoterisch angehaucht, im Interview stets auf geheimnisvoll wirkende Ausleuchtung bedacht, läßt er seine Streicher stehend spielen, gerne dürfen sie dabei auch mal herumlaufen. Der Meister & seine Jünger. Bedauerlicherweise erreichen die dabei entstehenden klanglichen & musikalischen Grobheiten zu keinem Zeitpunkt die federnde rhythmische Präzision & klangliche Ausgeglichenheit renommierter historisch informiert arbeitender Ensembles. Finanziell immerhin läuft´s bestens, sodaß im kalten Perm die Öfen so schnell nicht ausgehen werden.

Reinhard Jirgl, Büchnerpreisträger des Jahres 2010, zu einer Zeit also, in der die Ausgezeichneten noch der Intension des Preises als höchster deutscher literarischer Auszeichnung gerecht wurden, schrieb in einem Brief an die Herausgeber von TUMULT vom 11. Juni 2016 folgende Sätze: „ ( . . . ) Anders jedoch als Freud´s Patienten, die sich zur Ordination freiwillig auf die Couch legten, haben wir es in diesem Fall mit einer Szene, einer diskursbestimmenden Szene! von Leuten zu tun, deren Überzeugung von der eigenen (politischen) Gesundheit im Zusammenhang mit Ihrem radikalen Einverstandensein mit den Obrigkeitsverfügungen ein therapie– (sprich) einsichtsresistentes Schott bildet. ( . . . ) Jedes Widerwort ist Ihnen daher Angriff auf den Status der eigenen Person, jeder vom Standort der Mittigkeit abweichende Blick gilt ihnen als feindlich. Aber dieses Gutseins – Syndrom verweist eben dadurch auf Einzelschicksale (Anamnese) eben dieser Betreffenden. Von der Massenpsychologie zur Ich – Analyse. So laufen auch hier, wie bei der Dichtung, die Signifikanten ins Unendliche. ( . . . ) Diese in den bestimmenden Medien sich ausbreitende, omnipräsent und normsetzend sich gebende „Gutheit“ kann dadurch den Scheineffekt erwecken, sie sei auch der Bevölkerungsmehrheit eigene Ansicht, und anderes gäbe es nur beim „Pack“. In Wahrheit, wie die meisten Obrigkeitswerte, sind sie gekennzeichnet von einer Bunkermentalität der Verfügenden, deren Gültigkeit außerhalb des Bunkers nur sehr beschränkten Verbreitungsgrad bei relativ geringer Eindringtiefe in die Psyche der Außenstehenden besitzt.“

Meine beiden journalistischen Haßwörter 2016: Postfaktisch & Echokammer

Nach einem Interview mit Wolfgang Bosbach in der FAS bleibt ein nettes Anekdötchen haften, sozusagen Rheinland gegen Uckermark. Zum 50sten der Kanzlerin, so Bosbach, sprach ein Hirnforscher. Auf meinem 50sten, fährt er fort, spielten die Höhner.

In der ZEIT findet sich eine Kolumne namens „Kiyaks Deutschstunde“. Autorin Mely Kiyak, Tochter kurdischstämmiger Eltern, im Jahre 1998 zur Paß – Deutschen konvertiert, gefällt sich in der Rolle der Gesinnungsdomina. Wie alle pathologischen Selbsthasser projiziert sie ihre Kränkungen auf die Mehrheitsgesellschaft, die ihr den Stand, den sie erreicht hat, erst ermöglichte. K. veröffentlicht in den üblichen linksliberalen Anklage- & Jammerschriften wie Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Taz, & eben der ZEIT, sowie auf der Webseite des Maxim – Gorki – Theaters in Berlin. Ihr erklärtes Feindbild sind „die biodeutschen alten weißen Männer“, also die Mehrheitsgesellschaft, zu der sie die Frauen offensichtlich gar nicht erst zählt. Thilo Sarrazin nannte sie „eine lispelnde stotternde, zuckende Menschenkarrikatur“. Wer sich erlaubt, die wahnhaften & diktatorischen Auswüchse der sog. politischen Korrektheit in Frage zu stellen, findet sich in ihren paranoiden Haßtiraden als „unverschämt, undemokratisch & asozial“ denunziert. Wie bei allen Menschen mit einem derartigen pathologischen Störungsbild wird ihr Haß durch Kritik & Beschimpfung nur noch mehr befeuert. Deswegen betreibt sie mit ähnlich Veranlagten eine „antirassistische Leseshow“ mit dem Namen „Hate Poetry“, in der die Beteiligten „haßerfüllte Leserbriefe“ zum Besten geben. Das wahrhaft Widerwärtige an den geschilderten Vorgängen ist allerdings weniger die Patientin Kiyak, deren Beiträge als Fallstudien einen gewissen Unterhaltungswert haben, als der Umstand, daß biodeutsche alte weiße Männer (& Frauen) in den Redaktionsetagen sich Frau Kiyak als Propagandahure halten, die für sie die Drecksarbeit erledigt.

So ähnlich, allerdings in eigener Sache, in der FAS ein kleiner Beitrag von Maxim Biller, der in der sog. Literatursendung Das literarische Quartett zusammen mit zwei anderen ständig anwesenden Minderbegabten die Erinnerung an eine gleichnamige Sendung zu mißbrauchen hilft, die einst überaus erfolgreich & hoch unterhaltsam ausgestrahlt wurde. Zur jährlichen Intellektuellenliste im Cicero, in der auch er, Biller, allerdings erst auf Platz 76 oder 77 von immerhin 500 auftaucht, liefert er in seiner wütenden & maßlosen Beschimpfung von Walser, Sloterdijk u.A. ein aufschlußreiches Portrait seiner geistig – seelischen Verfassung ab, nämlich das eines zutiefst gekränkten Narzisten, der sich selbst auf den ersten Plätzen wähnt & dabei einen einzigen zustimmungsfähigen Satz zustande bekommt: „Ich möchte in der nächsten Liste nicht mehr vorkommen.“ Da sind wir uns ausnahmsweise mal einig.

Zitat IV: „( . . . ) Und zu dieser Wahrheit gehört eben auch, dass der Islam als die Religion der Modernisierungsverlierer sich in einem Prozess der Selbstzerfleischung befindet, der nicht nur für dessen Anhänger eine tödliche Gefahr bedeutet. Der politische Islamismus ebenso wie islamistischer Terror haben selbstverständlich auch mit dem Islam zu tun. Wer postuliert, der Islam gehöre zu Deutschland, der gemeindet deshalb auch die Schattenseiten dieser Religion mit ein. Und wer glaubt, auf Basis einer postfaktischen Flüchtlingspolitik mit muslimischer Massenmigration für Frieden in der Welt sorgen zu können, der wird auch künftig immer und immer wieder eines Besseren belehrt werden.“ Alexander Marguier / Chefredakteur Cicero

Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher
Und Jäger steigen nieder vom Wald.

Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten
Und langsam steigt der graue Mond.

Ein Wild verblutet sanft am Rain
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.

Im Winter / Georg Trakl . . . 

. . .  zum Gedenken an den 19.12.2016