Dezember 2

der Narr

ich der Narr bin käuflich
für ein Lachen ein
freundliches Wort
an vielen Höfen hab´ ich
gedient
die Fürsten meiden mich
Menschen verhüll´n ihr Gesicht
Tiere umschleichen mich
reiben Fell mir an´s Bein

meine Scherze sind
schal & niemand lacht
wenn ich weine sieht man´s
nicht &
wenn ich schreie
darf man´s nicht hör´n
ich spreche in bösen
Träumen
darüber lachen die Menschen
sie denken ich scherz´

meinen Spiegel hab´ ich
zerbrochen
doch hob´ ich die Scherben auf
wer weiß schon wozu
ich trage sie bei mir für
bessere Zeiten
sie sind spitz
sie sind scharf

einst wenn der Mandelbaum
blüht geh´ ich fort
ich folge dem Südwind
an der Mündung des
roten Flusses warten
die die mich liebten
sie schnurren mir einen Gruß
wenn der Winter kommt
darf ich mit ihnen ziehen
sie haben die Angst überwunden.

                                                                    Kurt Pingler
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